17.12.2002
GK-Rundbrief 4/2002
Sehr geehrtes Mitglied der Gesellschaft für Kognitionswissenschaft,
dies ist der vierte und letzte Rundbrief im Jahr 2002. Die Amtsperiode für den derzeitigen Vorstand ist nun gut zur Hälfte vorbei. Aus diesem Anlass bietet dieser Rundbrief diesmal etwas mehr Einblick in den Stand der Arbeit bei den eingesetzten GK-Kommissionen.
Wie Sie wissen, werden
Rundbriefe mehrmals im Jahr über den email-Verteiler der GK
versendet. Zudem wird die Web-Seite der GK http://www.gk-ev.de
regelmässig aktualisiert.
Wie gehabt gibt der Rundbrief im Vorspann einen Überblick über die
Themen. Die dort angegebene erste Zeile kann als Suchbegriff verwendet
werden, um direkt zu diesem Thema zu springen. Für Informationen,
die über die Web-Seite zur Verfügung stehen, wird zum Teil nur der
entsprechende Verweis angegeben und auf das Einfügen des kompletten Textes
verzichtet.
Wie immer bitten alle Mitglieder der GK Informationen, die von generellem Interesse für Mitglieder der GK sind, per email an die Schriftführerin weiterzugeben.
Mit besten Grüssen für der Vorstand der GK,
Ute Schmid (Schriftführerin der GK)
Email: sf@gk-ev.de
Webpage der GK: http://www.gk-ev.de
Als große Neuigkeit im auslaufenden Jahr 2002 sei zuerst mitgeteilt, dass der
Vorsitzende der GK, Ipke Wachsmuth, im Oktober zum neuen geschäftsführenden
Direktor des ZiF gewählt wurde. Das ZiF (Zentrum für interdisziplinäre
Forschung der Universität Bielefeld) ist ein 1968 eingerichtetes
Institute for Advanced Study, das Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen
aus aller Welt und allen Disziplinen antragsbezogen die Möglichkeit bietet,
interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaften, Tagungen und Forschungsgruppen
durchzuführen. Das ZiF kann solche Vorhaben mit Geld, Infrastuktur und
Wohnmöglichkeiten unterstützen. Anträge aus dem Umfeld der GK sind
selbstverständlich gern willkommen, die Kontaktaufnahme ist über
zif-gf@uni-bielefeld.de
möglich.
Bericht aus der Berufspraxiskommission (BPK):
Die seit Mitte des Jahres neu formierte Berufspraxiskommission der
Gesellschaft für Kognitionswissenschaft hat sich zum Ziel gesetzt, die
Erforschung der Berufspraxisfelder fortzuführen. Wir haben dazu bereits
eine Befragung unter den Mitgliedern durchgeführt, die über derzeitige
Berufsfelder, Herkunftsfächer und als notwendig erachtete Fähigkeiten im
Berufsfeld Aufschluss geben soll. Die Ergebnisse hierzu werden wir in Kürze
berichten. Geplant ist, eine zweite Befragung in Firmen durchzuführen,
inwieweit die Ausbildung zur Kognitionswissenschfatlerin/zum
Kognitionswissenchaftler den Verantwortlichen bekannt ist und welche
Gewichtung die Verantwortlichen diesem Ausbildungsgang in bezug auf Ihre
Firma beimessen. Diese Befragung werden wir auf unserem 2. Treffen Anfang
2003 ausführlich planen.
Als weiteres Kommissionmitglied wurde im Dezember 2002 Herr Dr.-Ing. Leon Urbas (Leiter einer Nachwuchsforschergruppe der VolkswagenStiftung am Zentrum Mensch-Maschine-Systeme, TU Berlin) aufgenommen.
Bericht aus der Ausbildungskommission (AK):
Nach Beschluss des Vorstandes der GK hat der Vorsitzende, Herr Prof. Dr.
Ipke Wachsmuth, am 17.01.2002 eine Ausbildungskommission (AK) eingesetzt und
ihr den Auftrag erteilt "einen ersten Anlauf für ein Mustercurriculum
Kognitionswissenschaft [zu entwickeln], das Vorbild bzw. Anhaltspunkt für
weitere Initiativen für Studiengänge und Ausbildungsprogramme sein kann."
Die AK ist inzwischen dabei, eine solche Empfehlung für die Gestaltung der
universitären Ausbildung auf dem Gebiet der Kognitionswissenschaft zu
entwickeln. Sie trägt zweierlei Anforderungen Rechnung: Sie will die
Vielfalt in der KW in unterschiedlichen Studienangeboten ausdrücken; zum
andern soll aber auch die Einheit des Gebiets nicht verloren gehen. Die AK
wird deshalb Mindeststandards formulieren, die ein Studiengang KW erfüllen
muss, ohne dabei die jeweiligen Besonderheiten einzelner Standorte und
inhaltliche Schwerpunkte zu sehr einzuschränken. Der erste Bericht gibt eine
Bestandsaufnahme über die aktuelle Ausbildungssituation in KW. KW kann
derzeit an den Universitäten Osnabrück und Basel (Schweiz) in
Masterstudiengängen und in Freiburg und Potsdam als Nebenfach studiert
werden; weitere Masterstudiengänge an den Universitäten Freiburg, Potsdam,
Düsseldorf, und der HU Berlin sind in Planung. Die Curricula variieren z. T.
beträchtlich, spiegeln aber die Vielseitigkeit des Faches wider. Wo KW schon
jetzt studiert werden kann, steigen die Jahrgangstärken und
Absolventenzahlen stetig.
Am 20. November 2002 wurde das Institut für Kognitionswissenschaft (IKW)
der Universität Osnabrück feierlich eröffnet. Bei einem Festakt in
der Aula des Osnabrücker Schlosses überbrachten der Präsident der
Universität, der Generalsekretär des DAAD, sowie der Staatssekretär des
Ministeriums für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen
Grußworte. Der Direktor des IKW, Prof. Claus Rollinger, der den Aufbau des
Studiengangs Cognitive Science sowie die Gründung des Instituts maßgeblich
betrieben hat, sprach über die Perspektiven des neugegründeten
Instituts. Prof. Gerhard Roth (Rektor des Hanse Wissenschaftskollegs,
Delmenhorst) hielt einen Vortrag zum Thema "Hirnforschung als Brücke
zwischen den Natur- und Geisteswissenschaften". Im Anschluss fand, begleitet
von einer Posterausstellung über aktülle Forschung am IKW, ein Sektempfang
statt. An die Eröffnung schloss sich ein zweitägiges Symposium mit
internationalen wissenschaftlichen Beiträgen zum Thema "Logic and
Creativity" an, das von Prof. Peter Bosch und Prof. Julius Kuhl geleitet
wurde. Das Programm ist unter www.cogsci.uni-osnabrueck.de/~logic
zu finden. Natürlich hat der Vorstand der GK ein Grußwort mit herzlichen
Gratulationen zu diesem erfreulichen Anlass geschickt, das von Claus
Rollinger während des Festakts verlesen wurde.
An der Universität Osnabrück gibt es seit 1998 den ersten (und bislang einzigen) grundständigen Bachelor-Studiengang `Cognitive Science'. Der Studiengang hat großen Zuspruch, auch von ausländischen Studierenden. Jährlich werden etwa 80 Studierende aufgenommen. Seit 2001 existiert auch ein Master-Programm und seit Herbst 2003 ein vom DAAD unterstütztes Graduiertenkolleg (ein Aufruf zur Bewerbung um Promotionsstipendien wurde am 19.11.2002 an die GK Mitglieder per email verschickt).
Das Interdisziplinäre Kolleg (IK) ist eine einwöchige Frühjahrsschule mit Intensivkursen aus den Gebieten Neurobiologie, Neuroinformatik, Kognitionswissenschaft und Künstliche Intelligenz. Es richtet sich an Studierende, Doktoranden und ForscherInnen aus akademischen und industriellen Bereichen. Das IK stiftet persönliche Kontakte zwischen den Teilnehmern und wirkt als interdisziplinärer "Verstärker" in den beteiligten Gebieten.
Der Veranstaltungsort (Lübke-Haus in Günne am Möhnesee) und die Intensität der Atmosphäre wurden von der KIFS (KI Frühjahrsschulen, der Vorgänger des IK) an das IK vererbt. Bisher fanden fünf IKs zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen statt (1997, 1998, 2000, 2001, 2002) - mit überwältigender Resonanz bei den zuletzt über 200 Teilnehmern. Veranstalter sind diesmal Gerhard Strube (Uni Freiburg) und Rainer Malaka (EML Heidelberg). Das Schwerpunktthema ist "Applications, Brains and Computers".
Anmeldung: bis spätestens zum 15.2.2003, siehe www.ik2003.de
www.eurocogsci03.uos.de
www.mensch-und-computer.de
oder mc2003@mensch-und-computer.de
www.cogsci.unsw.edu.au
Am 1. Januar 2003 startet der von der DFG geförderte interdiziplinäre,
Transregionale Sonderforschungsbereich "Spatial Cognition" an den
Universitäten Bremen und Freiburg (Koordinator Prof. Christian Freksa,
Ph.D.). Informationen zum SFB sind über
www.cosy.informatik.uni-bremen.de/sfb/
verfügbar.
Folgende Positionen sind zu besetzen: Informatik/Kognitive Modellierung (1 research assistant BAT IIa, Bremen), Informatik/Kognitive Robotik (2 research assistants BAT IIa, Bremen), Informatik/Formale Methoden (3 research assistants BAT IIa, Bremen), Informatik/Kognitionswissenschaft (2 teaching/research assistants BAT IIa/C1, Bremen), Computational Linguistics/Ontology (1 research assistant BAT IIa, Bremen), Informatik/Räumliches und zeitliches Schliessen (1 research assistant BAT IIa, Freiburg), Kognitive Psychologie/Kognitive Neurowissenschaft (1 research assistant BAT IIa, Freiburg), Kognitive Psychologie/Kognitive Modellierung (2 research assistants 0.5 BAT IIa, Freiburg).
Bewerbungen sollen bis zum 31.12.2002 eingereicht werden. Spätere
Bewerbungen können berücksichtigt werden bis alle Positionen besetzt
sind. Bewerbungen können elektronisch eingereicht werden
(sfbtr8@informatik.uni-bremen.de)
oder an
SFB/TR Spatial Cognition
c/o Cognitive Systems - AG Freksa
FB 03 - Universität Bremen
Postfach 330 440
28334 Bremen / Germany
Eine ausführlichere, englischsprachige Beschreibung ist auf den Webseiten
der GK (www.gk-ev.de/stellenanzeigen.html)
zu finden.
Im Rahmen des Projekts "Virtuelle Fachbibliothek Psychologie" der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek wird seit August 2002 ein monatlich erscheinender Newsletter verschickt. Darin wird auf ausgewählte psychologische Internetseiten und Onlineangebote hingewiesen. Ausserdem erhalten Abonnenten aktuelle Informationen über die Virtuelle Fachbibliothek Psychologie.
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