Von: Gesellschaft für Kognitionswissenschaft Datum: 28. Juli 2008 14:00:45 MESZ An: gk-news@gk-ev.de Betreff: [GK-News] Dissertationsstipendien, Post-Doc-Stelle, „Das Gehirn als Beziehungsorgan“ Sehr geehrtes GK-Mitglied, im Rahmen Ihrer Mitgliedschaft in der Gesellschaft für Kognitionswissenschaft erhalten Sie aktuelle Mitteilungen und Neuigkeiten aus Forschung, Lehre und Anwendung zu relevanten Themen. ------ GK-News ---------------------------------------------------------------------------------------- Dissertationsstipendien, Post-Doc-Stelle im Interdisziplinären Projekt „Das Gehirn als Beziehungs organ“ Im Rahmen des von der VW-Stiftung geförderten Projekts „Das Gehirn als Beziehungs organ“ werden zwei Dissertationsstipendien ausgeschrieben; ein Stipendium kann auch als Post-Doc-Stelle vergeben werden. Das Projekt befasst sich mit unterschiedlichen Aspekten der sozialen Kognition. Arbeitshypothese des Projekts ist, dass soziale Faktoren eine zentrale Bedeutung für die Hirnentwicklung haben. Eine ange messene Beschreibung dieser Entwicklung und damit der Individualentwicklung generell ist daher nur möglich, wenn gleichzeitig philosophische, psychologische und neurowissen schaftliche Aspekte berücksichtigt werden. Bewerbungsschluss: 31. 8. 08 Stipendium 1: Voraussetzung ist ein Abschluss in Philosophie mit dem Schwerpunkt Philosophie des Geistes. Wünschenswert sind psychologische oder neurobiologische Kennt nisse. Die erfolgreiche Bewerberinnen bzw. der erfolgreiche Bewerber soll das folgende Projekt bearbeiten: Perspektivenpluralismus: In welchem Verhältnis stehen die unterschiedlichen Wis sen schaften von  Geist und Gehirn? Eine angemessene Auseinanderset zung mit Geist und Gehirn setzt zumindest drei Perspekti ven voraus: Die Perspektive der ersten Person, die einen unmittelbaren Zugang zu Bewusstseinserfahrungen bietet; die Per spektive der dritten Person, die einen Zugang zu objektiven, wissenschaftlichen Erkenntnis sen z.B. der Psychologie oder Neurobiologie bietet, und schließlich die intersubjektive Per spektive der zweiten Person, die Personen einnehmen, wenn sie in sozialen Kontexten mit einander interagieren. Zentrale Ziele des Projektes sind (a) eine möglichst genaue Bestim mung der einzelnen Perspektiven; (b) der Nachweis der Irreduzibilität dieser Perspektiven, insbesondere der Perspektive der zweiten Person; (c) der Nachweis, dass ein rational nach vollziehbarer Übergang zwischen diesen Perspektiven, insbesondere zwischen der Perspek tive der ersten Person und der Perspek tive der dritten Person möglich ist. Stipendium 2:  Voraussetzung ist ein Abschluss in Philosophie oder Psychologie;  möglich ist auch die Vergabe einer Post-Doc-Stelle (½ BAT IIa) anstelle des Stipendiums.  Wün schenswert sind entwicklungspsychologische und neurobiologische Kenntnisse auf dem Gebiet der frühen Intersubjektivität. Die erfolgreiche Bewerberinnen bzw. der erfolgreiche Bewerber soll das folgende Projekt bearbeiten: Verkörperte soziale Kognition: Die Entwicklung der 2.-Person-Perspektive in der frü hen Kindheit In Auseinandersetzung mit gegenwärtigen Theorien der sozialen Kognition soll eine Kon zeption primärer Intersub jektivität entwickelt werden, die auf der Interaktion und Koopera tion verkörperter Subjekte in typisch wiederkehren den Situatio nen beruht (embo died social cogni tion). Danach ist die Entwicklung der 2.-Person-Perspektive von Anfang an in interak tive, empathische Pro zesse eingebun den, die auch die Gehirnausreifung (z.B. das „Spiegelneuronen-System“) prägen.  Dazu gehören z.B. die wech selseitige Affekt regula tion in der frü hen Mutter-Kind-Dyade, die Prozesse der Imita tion, der Joint Atten tion oder des Social Referen cing u.a. Die konzeptuelle Arbeit soll phänomenologische, entwicklungspsy chologische und neurobiologische Erkenntnisansätze integrieren. Die Stipendien werden zunächst für zwei Jahre gewährt. Es besteht die Möglichkeit einer Verlängerung um ein weiteres Jahr. Bewerbungen mit den Abschlusszeugnissen, einem Lebenslauf, einer Liste eventueller Publikationen und einer zweiseitigen Skizze mit Ideen für die Bearbeitung des Projekts bitte bis 31. 8. 08 an: Stipendium 1: Prof. Dr. phil. Michael Pauen Institut für Philosophie Berlin School of Mind and Brain Humboldt-Universität zu Berlin Unter den Linden 6 D-10099 Berlin Tel./Fax: 030/2093 1707 Email: kathrin.trauer@uv.hu-berlin.de Stipendium 2: Prof. Dr. med Dr. phil. Thomas Fuchs Klinik für  Allgemeine Psychiatrie Universität Heidelberg Voßstr. 2, 69115 Heidelberg Tel. 06221/564422 Fax 06221/561741 e-mail: thomas_fuchs@med.uni-heidelberg ------ GK-News ---------------------------------------------------------------------------------------- Falls Sie eine Fortführung der Benachrichtung nicht wünschen, senden Sie bitte eine E-Mail an sf@gk-ev.de mit freundlichen Grüßen Stefan Kopp (Schriftführer der GK)